Cradle to Cradle: „Verschwendung mit Köpfchen“

Recycling und erstklassige Produktqualität widersprechen sich? Stimmt nicht!

Vorbild ist die Natur. Hier wird „Altes“ zum Aufbau des Neuen benötigt: Abfall ist Nahrung. Ein seit Millionen Jahren bewährtes System.

Eben diesen Ansatz hat sich das „Cradle to Cradle“-Prinzip („von der Wiege zur Wiege“) zu nutze gemacht. Der deutsche Chemiker Michael Braungart ist Vorreiter der revolutionären Idee, die in den USA als C2C bekannt geworden ist und mittlerweile zahlreiche Anhänger findet. Beim C2CPrinzip geht es vor allem darum, hocheffiziente Produkte zu entwickeln, die nach ihrem Lebenszyklus wieder als „Nahrung“ für neue Produkte dienen. Kurzum: sämtliche Bestandteile müssen in biologischen oder industriellen Kreisläufen zirkulieren. Statt eines Recycling kommt es somit zu einem „Upcycling“ – einer qualitativ höheren Wiederverwendung. 

Durch die gezielte Auswahl von Materialien nach C2C-Prinizp, könnten wertvolle Ressourcen eingespart und der Energieverbrauch drastisch gesenkt werden. Damit die intelligente und effiziente „Cradle to Cradle“- Idee auch auf fruchtbaren Boden fällt, braucht es zunächst ein Umdenken im Konsumverhalten. Statt Produkte zu „verbrauchen“, um sie dann auf einer Müllkippe zu entsorgen, könnten Hersteller diese zurücknehmen und in einen neuen Produktionskreislauf rückführen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Sicherheit durch C2C-Zertifizierung

Eine Zertifizierung unterstützt Unternehmen, das „intelligente“ Design ihrer Produkte glaubwürdig und nachvollziehbar zu belegen. Darüber hinaus gibt sie dem Kunden mehr Sicherheit und befreit ihn zudem von „umweltpolitischen“ Risiken. Leider bieten derzeit nur wenige deutsche Unternehmen C2C zertifizierte Produkte an. Für die Erteilung eines Zertifikats werden sowohl alle Materialien, die im Fertigungsprozess zum Einsatz kommen, als auch der Einsatz regenerativer Energien und der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser analysiert und bewertet.